Erzählungen von Sammy und Kathi

Sammy die Labradorhündin,

 

Hallo, ich bin Sammy, eine 4-jährige schwarze Labradorin, auch bekannt als Fresslador oder die schreibende Hündin. Ich wohne in einem Ein-Hund-Haushalt, daher habe ich mein Frauchen dazu dressiert für mich zu schreiben, damit sie nicht unterfordert ist, leider sind die Tasten für meine Pfoten zu klein.

 

Am Samstag den 24.9.2011 fuhren wir eine längere Strecke mit Frauchens Blechdose, daher wusste ich es wird wieder besonders spannend.

Und wirklich, endlich angekommen, witterte ich schon die vertrauten Gerüche von Rica, Meli, Alana und Bakari mit ihrem Herrchen Wolfgang Petters,

unserem Landesgruppenleiter von Wien, Jeffrey und Jury mit Wolfgang Diglas, Robin mit Herrchen Gottfried, Hanna mit ihrer Sandra, Bryan, der Schoki von Michael, Quentin, der Schoki von Martina, Ben und Tom, die beiden Golden Retriever von Dorli und Christian sowie Bruno, ihr neues Hundekind.

Das war zu viel für mich. Ich drängte mich sofort aus der Blechdose um alle zu begrüssen, aber Frauchen bestand darauf, dass ich zuerst ruhig zu warten hatte. Aha, also wieder einer dieser "Ruhig warten und Leckerlis fressen Tage". Dann marschierten wir alle durch einen schönen Wald auf eine sonnige Lichtung. Potzblitz! da lagen viele Dummies. Was haben die denn vor? schoss mir durch den Kopf, das sind ja mehr als ein einzelner Hund tragen kann. Aber vielleicht helfen mir meine Hundekollegen ja.

 

Dann lernte ich Hrn. Wolfgang Diglas kennen, er hat eine sehr tiefe und strenge Stimme, so ganz anders als mein Frauchen, aber Gottfried Hobbiger "Hobi" hat mich gleich mit den Worten "er tut immer nur so streng, ist aber ansonsten ein ganz Lieber" doch einigermaßen beruhigt.

 

Alle waren schon ganz ungeduldig endlich etwas lustiges zu beginnen und deshalb ging es gleich zur Sache. Wolfgang meinte, er würde mir eine ganz einfache Markierung werfen, um mich kennenzulernen. Komisch, er muss mich nur streicheln, dann hätte ich ihm hochspringen und die Nase ablecken können, so hätten wir uns auch kennengelernt.  Aber ich sage euch, sind Dummies im Spiel, läuft einiges nicht mehr so wie an normalen Tagen. So schickt mich Frauchen z.b. mit ausgestrecktem Arm und einem "Voooooooorrrrran" ganz weit weg von sich, obwohl sie doch ganz genau weiß wie gerne ich in ihrer Nähe bin. (Aber unter uns: sehr weit lasse ich mich nicht

wegschicken, weil so rasch wird sie mich nicht los).

 

Gesagt, getan. Alle Hundekollegen waren sehr hilfsbereit und haben fleissig ein Dummy nach dem anderen geholt, damit ich nicht alles alleine machen muß.

Wolfgang hat sie auch sehr weit weg und mit einem lauten "PENG" sehr hoch in die Luft geworfen. Ich war schon so ungeduldig, dass ich fast geplatzt wäre, aber immer wenn ich Frauchen freudig winselnd meine Ungeduld mitgeteilt habe, ist sie mit mir weggegangen und ich musste mitten ins Gebüsch starren, also habe ich so gut ich konnte meine Schnauze gehalten.

 

Robin ist ein Hund von Welt, ich denke ein Fachhund auf dem Gebiet der Dummies, daher hat er seine sofort entdeckt und ganz schnell wieder zu seinem stolzen Herrchen zurückgebracht.  Tom hatte Glück und außer dem Dummy auch noch ein Mauseloch gefunden, mal sehen, vielleicht finde ich es später auch. Bryan hat den Spitznamen "Elitehund", dem hat er auch alle Ehre gemacht und ist mit seinem Dummy würdevoll, wie ein echter Apportierhund von Welt, zu Michi zurückgekommen.

 

Dann war ich ENDLICH dran. Ein köstlicher Geruch von Knackwurst stieg mir in die Nase und ich habe begeistert auf die Jackentasche von Frauchen gestarrt.

Da war es wieder dieses "PENG" aus der Ferne und Frauchen ruft "apport". Ah, das Zeichen um loszustarten, die Pfoten rasen los, die Grasbüschel fliegen, der Wind pfeift dir um die Nase... auf halbem Weg das Entsetzen!

Wo könnte das Dummy nur sein? Ich war doch nur ganz kurz abgelenkt. Oh nein! Alle anderen haben ihres doch auch gefunden, jetzt nicht schlappmachen. Sicher hilft mir Frauchen wieder, ich brauche sie doch nur anzuschauen und schon zeigt sie mir den Weg. Vielleicht ruft sie mich auch wieder zurück und ich bekomme doch die Knackwurst aus ihrer Tasche! Doch was soll das? Sie dreht mir den Rücken zu. Das hat sie doch noch nie gemacht. Ich bin verwirrt. Wolfgang ist wirklich ein ganz Lieber, er macht so lustige "Brrrrrt, brrrrrt" Geräusche, also fange ich in seiner Nähe zu suchen an und wirklich...gefunden! Soll ich rasch noch einen Abstecher zu den anderen machen und ihnen zeigen dass ich das Dummy gefunden habe? Naja, vielleicht später...die Knackwurst wartet!

 

Ganz spannend wird es auch, als wir zu Dummies laufen müssen, die ganz im Gebüsch und Wald versteckt sind. Man kann sie vom Weg aus nicht sehen, aber unsere Riechkolben lassen uns nicht im Stich. Und einmal war ich ganz überrascht, als ich statt eines grünen Säckchens eine große Ente finde! Leider hat sie sich nicht mehr bewegt und war ziemlich hart, Frauchen

hat gemeint sie ist aus Plastik, aber vielleicht ist sie auch vor Schreck tot umgefallen. Ich glaube ich war zu erstaunt und habe sie einfach zu Frauchen gebracht.

 

Wie rasch die Zeit vergeht! Es gibt Leckerlis und Wasser gegen den Durst. Alle genießen die Mittagspause und Frauchen soll ja nicht glauben ich hätte den Schnitzelgeruch nicht bemerkt, obwohl sie mich in ihrer Blechdose zurückgelassen hat. Bruno, das neue Hundekind, war hautnah mit dabei und hat mir von den Köstlichkeiten im "Wein und Mehr" berichtet.

Bruno ist ein waschechter Berner Sennenhund, er hat ganz weiches Fell und große Pfoten. Ob er schon alle Tricks drauf hat? Den Tierheimblick, wenn er ein Leckerli möchte, den Spezialblick, wenn er Unfug getrieben hat und den Hampelhund machen, wenn Frauchen und Herrchen nicht auf seine Spielaufforderungen reagieren? Aber eigentlich sollten dieses Wissen in seinen

Genen stecken und wenn er sich nicht wie der ungeschickteste Hunde-Pupser anstellt, sollte es ihm ein Leichtes sein alle um seine großen Pfoten zu wickeln.

 

Am Nachmittag dürfen wir alle in den Fluss springen und glücklich entdecke ich eine kleine Müllhalde mit zurückgelassenen Grillresten und leckerer Holzkohle. Was diese Zweibeiner doch immer vergeuden! Aber Gott sei Dank verkommt bei mir nichts!

 

Wolfgang hat wieder tolle Ideen und wirft und versteckt die Dummies auf der anderen Seite des Flusses. Aber er hat nicht mit unserem Wissen und unseren Nasen gerechnet und wieder finden wir alle Dummies. Frauchen hat wieder diesen ungläubigen Blick, als könnte mir die Strömung wirklich was anhaben. Pah! Ich überwinde alle Hindernisse, wie Strömung und eine kleine Insel in der

Mitte des Flusses, hole das Dummy herüber, freue mich über ihr lustiges Gekreische als ich mein nasses Fell nahe an ihren Beinen ausschüttle und stärke mich kurz zwischendurch an  der Grill-Labe-Station. Gottfried, der Spielverderber, findet das allerdings nicht so lustig und verdirbt mir nachhaltig den Spaß daran. Na, zum Glück ist mein Frauchen nicht so streng und freut sich wirklich sehr, wie lehrreich dieser Tag war und wie sie ganz neue Facetten an mir entdeckt hat. Sie hat nachher sogar gemeint "jetzt wird ja noch ein richtiger Retriever aus Sammy". Worüber ich auch sehr froh bin, weil eine Katzen-Kratzbürste will ich ganz bestimmt nicht werden.

 

Es war ein herrlicher Tag und die Dummyaufgaben waren ganz neue Herausforderungen für uns. Wenn nur Frauchen nicht angekündigt hätte, ab jetzt konsequenter und strenger zu sein, wäre es absolut perfekt gewesen.

 

Freu mich auf alle nächsten Male

Eure Crystal Spirit All my Dreams "Sammy"

So macht man Traineranwärter glücklich!

 

Ein wunderschöner Herbsttag in Jettsdorf, wo die Landesgruppe Wien ein Workingtestraining veranstaltet.

Pünktlich treffen sich alle in der "Landstub`n", wo es bald im Konvoi ins Revier geht.

Meine Kollegen haben sich schon um die Mittags- und Zwischendurchverpflegung in Form von Kuchen, Brötchen und allerlei Getränken gekümmert, alles unter

einer schattigen Zeltplane.

 

Wolfgang Petters, Wolfgang Diglas und Wolfgang Harrer (die "3 W`s") übernehmen jeweils eine der drei Gruppen von Anfänger- bis WT Niveau E-S, wobei diese Gruppen nach erfolgten Übungen jeweils zum nächsten Trainer wechseln.

 

Ich darf gemeinsam mit Michael Reich (genannt auch der "Braune Labrador - Versteher" und Besitzer eines selbigen) Hrn. Wolfgang Diglas helfen, den ich schon am Vortag beim Trainertraining kennenlernen durfte. Helfen bedeutet Dummies werfen und zwischendurch mit einer Schreckschusspistole auf diese schiessen. Klingt einfach oder? Zu beachten wäre nur, die Dummies zeitgerecht in der richtigen Höhe und Weite zu werfen, sie nicht versehentlich unerreichbar hinter den Zaun zu werfen, sich nicht selbst damit zu erschlagen, einigen Hunden die kein Konzept davon haben wo und warum hier überhaupt ein Dummy liegen könnte zu helfen, anderen wiederum gar nicht,

denn sie sollen ja ihren Kopf und ihre Nasen benutzen. Patronen mitzählen nicht vergessen, sonst ist das Magazin im notwendigen Augenblick leer und es ist nur mehr eintrauriges "Pfffft" zu hören.

Michi ist ein erfahrener Dummy-Werfer, daher hat er auch Wissen um die Geheimsprache, wie ein sich langsam drehender erhobener Zeigefinger (Hund befindet sich in größerem Umkreis des Dummys) und schnell drehender erhobener Zeigefinger (Hund befindet sich direkt im Suchgebiet). Daher bin ich froh, dass er mir mit Tipps und Erklärungen zur Seite steht.

So gelingt es nach den sichtigen Markierungen ein Voran auf die Blinds aufzubauen und alle Hunde arbeiten mit großer Freude. Die erfahrenen Teams gehen später in einem Walk-Up über das Gelände. Während sie vorwärts gehen, schiesst Wolfgang mit dem Dummy-Launcher und sobald der Schuss und ein Dummy gefallen ist, bleibt die "Line" stehen. Der Retriever sollte dann

direkt zum Dummy laufen, ohne das Gelände großräumig zu durchsuchen. Die Retriever sollten den Anforderungen an Fussarbeit, Steadiness, markieren und einweisen genügen. Eh ganz einfach, oder?!?!

 

Als selbst ungeduldiger Hundeführer finde ich es toll bei Hrn. Diglas, dass er nicht viel Zeit mit herumstehen und endlosen Erklärungen vergeudet, sondern gezielt eine Übung nach der anderen konstruiert. So muss niemand lange warten und es kommt keine Ungeduld auf. Besonderen Wert legt er auf die Mitarbeit der Hundeführer, dass sie rechtzeitig mit einem Zurück-Pfiff den Hund motivieren und ihn mit der Körpersprache wieder "auf den richtigen Weg" leiten, wenn er vom geraden Dummy-Pfad abgekommen sein sollte.

So ist jede Gruppe sehr lehrreich für mich, am meisten die Anfänger, wo es doch noch an Konsequenz und der richtigen Körpersprache gegenüber dem Hund mangelt. Da ich auch noch einige Probleme in dieser Richtung habe, konnte ich vieles bei mir wiedererkennen. Und wie alles - hat auch das seine gute Seite - man nimmt sich wieder vor es beim

nächsten Mal besser zu machen...und man sieht, man steht mit den Problemen nicht alleine da!

 

Danke der LG Wien für 2 schöne Trainingstage

Catharina